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Heute Morgen wurden wir alle auf eine etwas unsanfte Weise geweckt, die zugleich geeignet war, uns an die Lage zu erinnern, in der wir leben, so wie an den Allmächtigen Gott, der allein uns darin erhalten muß und kann. Es erhob sich nämlich
( 13 ) plötzlich ein starker Wind, begleitet von einem zwar nur kurzen aber heftigen Regengusse.
Den 17ten Juni 1838. Sonntag.
Da man eine derartige Erscheinung sich nicht vermuthet hatte, so waren alle Segel aufgezogen und das eben wars, was uns in nahe Gefahr brachte, indem man wegen des heftigen Windes und Regens der Segel nicht Herr werden konnte, und der Wind das Schiff mit den vollen Segeln gewaltig herum warf. [Mit] Anhaltender Anstrengung gelang es indeß, die Segel ein zu ziehen, doch konnte nicht verhindert werden, daß eins von ihnen in Stücken ging. Vielleicht daß das Zerreißen des dicken Segeltuches das starke Rauschen verursachte, was wir in unsern Betten hörten und was nicht wenig zu Vermehrung unseres Schreckens beitrug. Gott sei gelobt, der seine starke Hand über uns hielt und uns vor Unglück bewahrte.
Den 20ten Juni 1838.
Die Äußerung unserer Ansichten in Betreff auf die Neuholländer
(21) und ihren Zustand veranlaßte Herrn Hall, heute tiefer in den Gegenstand einzugehen. Als ich im Laufe des Gespräches in den Fall kam, entweder feige mit meinen
Ansichten vom Rechte der Urbewohner und dem entgegengesetzten der Engländer hinter dem Berge zu halten, oder sie frei heraus zu sagen, so zog ich natürlich das letzte vor, selbst auf die Gefahr [hin], die Freundschaft des Herrn Hall zu verlieren. Ich sagte nämlich, daß man es den Indi[an]ern [in Amerika] nicht verdenken könnte, wenn sie nach ihrer Unabhängigkeit strebten, daß doch die Engländer sich die Oberherrschaft nur angemaßt hätten. Auf seine Frage: "Ich wäre denn wohl auch
( 14 ) gegen ihr Gehen nach Südaustralien", ließen mich meine
Grundsätze nur antworten: "[Das] versteht sich". In Folge dieser Unterhaltung gab er mir ein Buch vom
Gouverneur, enthaltend Aussagen von Zeugen über den Einfluß der englischen Colonien auf die Ureinwohner
(22), das ich jetzt mit großem Interesse lese, obschon es in einer etwas weitläufigen und steifen Form verfaßt ist.
Heute Abend ersuchten uns einige Reisende in der "steerage", eine Abendandacht zu leiten, was wir auch bereitwillig
thaten, und unserer Gebete so gut stammelten, als die fremde Sprache es und erlaubte. Sehr wurden wir dabei gestört durch die Ausrufungen der Methodisten während des Gebetes, durch Unruhe der Leute und durch die Matrosen, die nach Beendigung des Schlußliedes herunter kamen und ihre Gesänge anstimmten.
Den 21ten Juni 1838.
Heute fiel mir ein Brief in die Hände, der vor Kurzem aus Adelheid gekommen war. Das wichtigste darin war darin die Nachricht von dem ungeheuren