Den 6ten Juni 1839.
Hatte ich gestern Abend die große Freude, wichtige Aufschlüsse über die religiösen Vorstellungen der Eingeborenenzu erhalten, so genoß ich heute Abend das nicht minder große Vergnügen, an zweien von ihnen den bisher immer ungewiß gebliebenen Versuch gelingen zu sehen, sie über die Hauptzüge der christlichen Religion zu unterrichten, so daß sie mich verstanden. Ich sagte, daß Munaintjerlo, den die Fremden Jehovah nennen, Sonne, Mond und Sterne, die Erde und zwei Menschen, Adam und Eva, gemacht [hat], daß die letzteren Kinder geboren und ihre Töchter wieder geboren und so fort, bis [es] zuletzt so viele Menschen geworden seien. Eva habe aber von der verbotenen Speise gegessen, weshalb Munaintjerlo sehr böse geworden sei und sie mit allen ihren Nachkommen zum Tode verdammt habe. Er habe aber großes Mitleid gehabt, daher habe er sein Kind in einer Jungfrau Mensch werden lassen. Jesus sei wie die schwarzen Männer beschnitten worden, habe gut gedacht, gesprochen und gethan; sei von seinen Landsleuten aufgehenkt worden und dann am dritten Tage nach oben, zum Himmel gegangen. Glücklich konnte ich bei dieser mangelhaften Mittheilung den biblischen Ausdruck anwenden, daß Jesus auf [der] Erde keinen Vater und im Himmel keine Mutter habe.
Auf die Frage, ob ich das oben oder im Himmel alles gesehen [hätte], antwortete ich, daß Jesus 12 Jüng-
Ihre Freude über diese Mittheilung, welche zeigte, daß sie mich verstanden [hatten], drückten sie sowohl durch Worte als Mienen aus, ja durch unbezwingliches lautes Lachen. Das Unjewainte
Mein Vorschlag, bald ein Munaintjerlohaus zu bauen, wo wir wie die weißen Leute Sonntags singen und ich und Teichelmann reden wollten, fand den freudigsten Beifall.