Gegen 4 oder 5 Uhr Nachmittags hatte ich einen Besuch von Herrn Fiedler, mein Herz klopfte gewaltig, wie ich seiner ansichtig wurde, glaubend, daß ein besonderer Grund zu diesem Besuche bei ihm vorhanden sei, allein er erwähnte und verrieth auch in seinem ganzen Benehmen nichts, woraus ich hätte schließen können, daß er um den Briefwechsel zwischen mir und Bertha wisse. Hätte ich Berthas Erlaubniß gehabt, ich hätte ihm meine Wünsche in Betreff ihrer offenbart.
Kago obsecro te, o Deus meus!
Da mihi, quod peto, quod ardentissime desidero, da mihi
eor virginis istius, quam aestimo amoque; et dabo tibi eor
meum totum cum omnibus desideriis et facultatibus!
[Ich flehe Dich an, o mein Gott!
Gib mir, wonach ich dürste, was ich mir am meisten wünsche, gib mir
das Herz dieser Jungfrau, die ich schätze und liebe; und ich werde Dir
mein ganzes Herz mit all meinen Wünschen und Fähigkeiten schenken!]
In der Unterhaltung mit dem Gouverneur sagte [d]er mir, daß er meinen Brief erhalten habe, hinzu fügend, es hätte
ihm große Freude gemacht, mir die schon erwähnte Unterstützung zu gewähren und er fühle sich vollkommen dazu ermuthigt.
( 109 ) Ich erwiederte, ich hoffte, daß zugleich das Wohl der Eingeborenen dadurch befördert werden würde; worauf er antwortete, daß er alles Vertrauen in mich setze. Das Geld, fügte er schnell hinzu, wäre für mich ausschließlich bestimmt, und nicht für allgemeine Zwecke. Meine Antwort: So hätte ich das Schreiben auch verstanden. Darauf sagte er, er wisse, daß ich sehr freigebig gegen die Eingeborenen gewesen sei, mir zu schließen übrig lassend: er hätte gedacht, ich möchte auch dieses Geld zu gleichem Zwecke verwenden zu müssen glauben.
O Gott, schenke du uns noch lange diesen menschenfreundlichen und gottseligen Leiter unserer Angelegenheiten in dieser Ansiedlung.
Im Kampf, den ich heute Abend mit mir selber hatte, unterlag ich zu meiner großen Betrübniß.
Gib mir Stärke für die Zukunft, o Herr, mein Gott und Heiland.
Den 23ten August 1839.
Ich holte meine £ 20 vom Schatzamte; Gilles
(133) fragte ganz befremdlich,
wofür?
Schrieb Abends meinen zweiten Brief an Bertha Teusler.