wollte, welchen Muth er habe. Ein anderer
( 156 ) sagte bei Erwähnung des Feuers, er sei sehr stark, andeutend, das Feuer werde ihm nicht schaden. Fließen dergleichen Reden freilich zum Theil aus dem Mangel an Erkenntniß Gottes, so sind sie nichts desto weniger mit einem großen Theil von Frevel und Gewissensbetäubung begleitet, wie der Ernst beweiset, den sie gewöhnlich zeigen, wenn von Jehova die Rede ist. Übrigens freuten wir uns dennoch über die Einwürfe, weil sie der sicherste Beweis sind, daß die Eingeborenen unsere bisherigen Reden nicht vergessen haben und daß sie ihnen nicht gleichgültig sind. Übrigens fingen wir diese Unterhaltung gar nicht einmal zuerst an, sondern die Eingeborenen selbst, zur Entschuldigung ihrer Trägheit, die wir ihnen vorwarfen.
Den 23ten October 1839.
Ich war heute in Klemzig; Abends genossen Bertha und ich wieder einige herrliche Augenblicke auf dem Rosenbank im Garten, da wir im Hause keinen Augenblick allein sein konnten, da Herr und Frau Pfender bei Herrn Fiedler waren.
Den 24ten October 1839.
Krummnow sprach mich heute um englischen Unterricht an; ich erwiederte ihm aber, daß ich zuvor noch ein Hühnchen mit ihm zu pflücken hätte. Er that, als wenn er mich nicht verstehe. Zugleich gab ich ihm zu wissen, daß ich ihn jetzt unter keiner Bedingung nach Encounter Bay mitnehmen würde.
( 157 ) Den 27ten October 1839. Sonntag.
Wir hatten heute wieder eine Zeit der Erquickung vorm Angesichte des Herrn, indem wir unserer fünf zum Tische des Herrn naheten. Auf Herrn Dreschers Vorschlag wurde der Entschluß gefaßt, von jetzt an alle Sonntage um 9 Uhr Morgens bei Br. Teichelmann zum Gottesdienst zusammen zu kommen.
Laß reichen Segen, o Herr! diesem Entschluß folgen und hilf uns, daß wir die uns dargebotenen Gnadenmittel recht dankbar erkennen und hoch schätzen mögen.
Viele von den Eingeborenen waren heute Morgen fortgegangen, obwohl sie noch gestern Abend versprochen hatten, am nächsten Montage dieses und jenes zu thun.
Den 28ten October 1839.
Die schönsten Augenblicke, die ich je erlebte, genoß ich heute in Bertha's Gesellschaft. Auf meinem Schoße auf der Rosenbank durchplauderte sie mit mir vergangene Dinge, namentlich mein Benehmen bei der Anknüpfung unserer Liebe und die Schlinkesche Angelegenheit. Ich war ihr anfangs sehr gesetzt, das heißt nicht feurig genug vorgekommen, indeß erkannte sie wohl, daß die Nachricht von ihrem Verhältniß zu Schlinke nicht ohne Einfluß auf meine Liebe bleiben konnte. Sie drückte ihr großes Bedauern über mich wegen Schlinke aus und weiter, sie könne jetzt selbst nicht begreifen, wie sie Schlinke auch nur einen freundlichen Blick hätte schenken können. Sie versicherte mir, daß sie ( 158 ) Schlinke nie ihre