Darauf er: Die Nachgiebigkeit? wolle er noch üben. Doch auch diese nahm ich gleich darauf zurück, weil mir meine Braut vorwerfen könnte, ich hätte ihren Tadel befördert.
Das Schreiben bekam ich nicht mit, weil es noch nicht von Pastor Kavel selbst und von einem Ältesten unterzeichnet war. Am Fiedlerschen Hause traf ich gerade mit dem eben zurückkehrenden Herrn Fiedler zusammen, mit dem ich nicht wenig allein sprechen konnte. Ich erzählte ihm, daß ich Bertha einen Ring gegeben, wogegen er nichts einzuwenden hatte. Mit Bertha vertändelte ich diesen Abend ein Paar Stunden in der ersten Stube; während die Herren Julius Fiedler,
[ab Seite 173 ist keine Seitenzahl mehr eingetragen; die Nummerierung ist in der Abfolge der vorliegenden Seiten fortgesetzt]
Den 8ten November 1839.
Als ich aber aufgestanden [war], kam Herr Fiedler schon zu mir, erwähntes Schreiben in der Tasche. Zu meinem Erstaunen war es noch nicht unterzeichnet und im Umschlage die Anzeige, daß sich gestern Abend Pastor Kavel und die Ältesten ergeben, sie könnten den Beschluß nicht ändern, die ganze Sache mit Schlinke und meiner Braut an meine Gesellschaft zu berichten. Zugleich hatte Herr Fiedler einen Brief an Schlinken, der jedenfalls gleichen Inhalts mit dem meinigen war. Während ich die Briefe las, kam Br. Teichelmann dazu und es folgte ein langes Gespräch über Pastor Kavels Verfahren in diesem und einigen früheren Fällen zwischen uns dreien. Herr Fiedler war sehr ungehalten auf Pastor Kavel, und sagte, daß er an ihn schreiben werde. Nachdem wir bei Br. Teichelmann zu Mittag gegessen [hatten], zog ich mit Herrn Fiedler in die Stadt und dann bis auf Angas Section auf den Weg, auf dem über allerlei, besonders auch über meine künftige Schwiegermutter, vertraulich geplaudert wurde.
Am späten Abend schrieb ich einen derben Brief an Pastor Kavel.
Den 9ten November 1839.
Der Eingeborene Jammuruwe Nunkanere
Gebe der Herr, daß aus diesem Menschen etwas zum Lobe seiner mächtigen und herrlichen Gnade werden möge. Amen.