Tagebuch Adelaide
Oktober 1839 - Januar 1840

bisher unbekannte Besitzer [George Stevenson] (182) des Adelaide Chronicle, fragte mich, ob ich Teichelmanns College sei und gab mir nachher eine des letztern Briefs enthaltende Nummer seines Blattes mit dem Ersuchen, wenn wir was über die Sprache der Eingeborenen drucken lassen wollen, es ihm zu lassen. Hienach wäre also die größte Schwierigkeit bei Herausgabe eines Wörterbuches und einer Grammatik überwunden, nämlich die, einen Drucker zu finden.

Den 20ten Dezember 1839.
Zufällig traf ich heute meine liebe Braut mit ihrem Vater in der Stadt, die für des letztern Braut ein Brautkleid gekauft hatten. --

Herr Edwards, der Baumeister meines Hauses, sagte mir, daß von meinem Hause noch nichts in der Erde sei, daß die Arbeiter erst das Holz zurichteten; indeß ( 194 ) wären sie jetzt stark dabei. Das Haus wird 18 Fuß 16 Zoll lang und 12 Fuß 6 Zoll breit und wird aus einem Zimmer bestehen. Im nächsten Januar, meinte Edwards, würde es fertig werden.

Heute Abend wollte ich Herrn H. Calton besuchen, traf ihn aber nicht zu Hause [an]. --

Im Laufe des Nachmittags kam ein bedeutender Haufen Eingeborener, sogenannter Wirramejunna, deren einige ich nie gesehen hatte und die auch seit dem Bestehen der Colonie nie in Adelaide gewesen waren. Kaum hatten sie sich niedergesetzt, als es auch schon wieder Streit gab und zwar abermals um ein Mädchen, das dem Murroparuitpinna zur Frau versprochen war, das aber mit einem der obgenannten Männer zusammenhält. Ich sah nicht [den] Anfang, man sagte mir aber, daß Murroparuitpinna das Mädchen geschlagen habe, darauf aber von dessen Anverwandten wieder Prügel bekommen habe. Hierdurch in Wuth gebracht, rannte er über den Fluß nach seiner Hütte, holte seine Speere und kam wie ein Rasender, seinen Bart zwischen den Zähnen und mit allen Zeichen eines Angriffs, auf seinen Feind zurück. Ihn hielten nun zwar die Andren von aller Verletzung zurück, allein kaum glaubte man, den Frieden festgestellt [zu haben], als Muliariburka wüthend mit einer kaja über eine Frau herfiel, die, wie man sagte, früher seine Frau gewesen [sei], [ihn] aber später verlassen hatte, dann einen anderen Mann genommen und ( 195 ) nun nach dessen Todt Witwe war. Glücklicherweise traf der erste Wurf statt in den Leib, wie er beabsichtigt war, auf den Knochen des am Leib ruhenden Armes, auf dem die Spitze des Speeres zerbrach, so daß der zweite Wurf mit demselben Speere unschädlich war und von weiterer Mißhandlung des armen schutzlosen Weibes hielt ihn der sichere Arm Wirraitpinnas* zurück. Diese Barbarei(183) war um so größer, als das Weib ein kleines Kind auf dem Rücken trug und eins oder zwei neben sich gehen oder sitzen hatte.

Während deß oder zuvor, daß dieser Auftritt vorging, machten die Wirramejunna, die fremden an der Spitze, Miene zum Abzuge, beleidigt, wie es schien, von dem unfreundlichen Empfang von Seiten Murroparuitpinnas, indeß schickten unsere

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