vorbei, ritt auf uns zu und fragte mich, ob wir vorwärts
kämen? Meine Antwort war, nur sehr langsam, da die Eingeborenen zu träge seien, worauf er erwiederte, er fürchte, daß wir nicht viel mit ihnen ausrichten würden. --
Abends waren alle drei Stämme, nämlich die
Patpa-,
Wirra- und
Marimejunna zum großen Spiel beisammen. Während die Aufmerksamkeit Aller auf das letztere gerichtet war, versuchte der tückische
Pultao das junge Mädchen Midli batarti zu speeren.
Den 6ten Februar 1840.
Dieser Tag war ein rechter Glücks- und Freudentag für mich. Zum ersten Mal kommen heute Mullawirrabukka's
( 234 ) und einige andere Kinder von selbst, das heißt, ohne von mir geholt zu werden, zur Schule. Gegen Mittag brachte mir Br. Teichelmann Briefe von der Gesellschaft, einen für mich und einen gemeinschaftlichen. Sie sind vom 30ten August 1839 und enthalten daher Antworten auf einige Anfragen, die wir in unseren ersten Schreiben gemacht,
als über die Angemessenheit, den Gottesdienst der englischen Kirche zu halten, über Vielweiberei der Eingeborenen, über Beibehaltung von ungesäuertem oder Gebrauch von gesäuertem Brot beim Abendmahl. Verweise über unsere Uneinigkeit, über die Anwendung der Eingeborenen Sprache beim Unterricht und sonst wichtige Belehrungen, die mich über manche Puncte beruhigen, sowie die brüderliche Sorge der Gesellschaft für uns, die aus dem Brief hervorgeht, [und] mein Herz mit Liebe und Freude erfüllt.
Die Briefe waren mit dem Schiff "John" gekommen, aber mehrere Sachen, die erwähnt werden, sind noch nicht angelangt. Br. Teichelmann sagte, er habe einen sehr harten Brief erhalten, er wolle mich ihn aber jetzt noch nicht lesen lassen.
Nachmittags ging ich abermals nach Klemzig; meine Braut, die die mich heute übrigens gar nicht erwartet hatte, kam mir sehr freundlich entgegen. Gleichwohl antwortete sie noch auf meine Frage, wie ihr Herz jetzt stünde, sie sei noch unentschieden; auch zu ihrem Vater, der sie gefragt [hatte], was wir zusammen abgemacht hätten, habe sie gesagt, sie wundere sich, daß ich bei meinem letzten Besuch schon so freudig geworden sei. Ich drang jetzt mehr in sie, ihr vorstellend, sie solle meiner nicht allzu gewiß sein; was alles nütze, so lange sie bei solcher Meinung beharre.
Sie sollte nicht die Unruhe vergessen, die sie mir verursache, und sich in meine Lage versetzen, was sie empfinden würde; falls ich, wie sie jetzt, handelte.
( 235 ) Bei den letzten Worten kamen ihr die Thränen in die Augen und meine Hand ergreifend sagte sie: sie wolle nicht länger Schuld an meiner Unruhe sein, und wenn ich ihr vergebe und nicht sich
etwas Besonderes dazwischen stelle, so wolle sie die meinige wieder sein.
Ich: Dazu sage der Herr Amen, und daß sie jetzt doppelt die meinige sei.