( 239 ) Abendstunde waren wir wieder allein, da Herr Fiedler bald zu seiner Braut ging. Wir sprachen natürlich über das Vergangene, und sie bat mich, es zu vergessen und nicht mehr daran zu denken. Beim Weggehen ersuchte sie mich, bald wieder zu kommen, und wo möglich an einem der Nachmittage, indem sie dann am freiesten sei.
Den 7ten Februar.
Heute Abend, während wir, Br. Teichelmann und ich, bei den verschiedenen Lagern von Eingeborenen waren, erschien plötzlich eine schwache röthliche Helle am südlichen Himmel. Sobald einer dies bemerkte, that er es den übrigen kund und sofort entstand auch unter allen drei Stämmen ein allgemeines Lärmen und Heulen, indem sie das Licht für
den Vorboten einer Plage hielten, die uns alle dahin raffen und welche ein Zauberer der Nordmänner herbei führen werde. Wir sagten, sie sollten es nicht glauben, in unserem Lande seien dergleichen Erscheinungen häufig, ohne die von ihnen gefürchteten Folgen. Einige stimmten bei, andere widersprachen.
Den 8ten Februar.
Br. Teichelmann hielt heute mit Schule, indem er die A B C und ich die Lautierclasse vornahm. Die Fortschritte der Kinder sind unter den Verhältnissen derselben sehr zufriedenstellend.
Pastor Kavel ist letzte Nacht bei Kleinschmidt über Nacht gewesen, warum konnte er nicht zu mir kommen, zumal da er sein Pferd bei Captain Finniss
(198) gelassen [hatte]? Auch heute ist er nicht gekommen, wenn
( 240 ) gleich Kleinschmidt sagte, wir hätten einen Besuch von ihm zu erwarten.
Heute Abend sah ich den Eingeborenen wieder, der mich, Kook und Meier voriges Jahr jenseits von Mount Barker den Weg und Wasser zeigte; er erkannte mich wieder. Dem Stamm oder dem Lande nach ist er ein
Karkulyabukka*, sein Name heißt _____.
Den 9ten Februar. Sonntag.
Abends waren Br. Teichelmann und ich bei Prediger Stow, erwartend, daß derselbe dem seligen Williams eine Leichenrede halten würde, was jedoch nicht geschah. Auf dem Rückwege gingen wir bei den Eingeborenen vorbei, und waren nicht wenig überrascht beim Anblick eines Tanzes, den die Marimeyunna aufführten. Währen die in dichtem Kreis zusammengedrängten Weiber einen zwar eintönigen, doch sanft klingenden Gesang anstimmten, tanzten die mit großen weißen Streifen geschmückten Männer mit einer Behendigkeit, Zierlichkeit und einem Tact, die uns in Verwunderung setzten. Nichts hörte man von dem wilden sinnlosen Gebrüll der hiesigen Eingeborenen, sondern höchstens den Klang zweier zusammenschlagender Wirri, um den Tact anzugeben.