Außerdem habe ich Briefe gesandt an Herrn Angas
(210), meinen Bruder Friedrich
(211), Herrn Pastor Voß
(212), und J. M. Heyn
(213).
Den 30ten März 1840.
Heute verspürte man ein geringes Erdbeben; die Eingeborene sagten, die Erde bitte um Gräber, weshalb bald viele Weiße und Schwarze sterben würden. Ein Schwarzer vom Norden sey in die Erde hinabgestiegen und habe sie jetzt zum Erbeben veranlaßt.
Den 1ten April 1840.
Von der Hoffnung, die mir Bertha bei meinem letzten Besuche gemacht, etwas ermuthigt, ging ich heute wieder zu ihr. Ich fand sie mit ihrer Schwester Mathilde allein und sprach, nachdem sich letztere entfernt [hatte], vieles mit ihr. Sie war sehr fremd zuerst und nachher beharrlich bei der Überzeugung, daß ich nichts hoffen solle und dürfe, und
wie ich sie erinnerte, daß sie mir doch das letzte Mal einige Hoffnung gemacht [hätte], so sagte sie, es sei eine Schwachheit von ihr, daß sie so sei. Sie gab zu, daß ihres Vaters Vorstellung die Ursache gewesen [sei], daß
ihr unser leichtsinniges Betragen schwer aufs Herz gefallen
( 262 ) sei, denn wenn sie auch schon vorher dergleichen Gedanken gehabt [habe], so habe sie es doch vorher nie so ernstlich erwogen. Um ihr Betragen vor Gott zu rechtfertigen, führte sie die Worte Christi an: "Wer Vater oder Mutter ... Mann oder Weib mehr
liebt, denn mich, der ist mein nicht werth"; die ich ihr aber anders als sie auslegte, oder anwandte. Sie meinte abermals, daß nicht gutes daraus würde gekommen sein, wenn wir unser Treiben so fortgesetzt hätten. Bertha versagte mir nicht ihr Bedauern wegen meines Schmerzes und meiner eiteln Hoffnungen.
Den 4ten April 1840. Spät Abend besuchte uns Captain Grey, der uns einige von seinen Papieren [da] ließ und uns aufs neue ermunterte, unsere Wörtersammlung in Druck zu geben, damit uns nicht andere unwissende Menschen zuvor kämen, er weiß gewiß, daß Andere beabsichtigen, drucken zu lassen. Wir begleiteten ihn nach Hause und sprachen vieles in Bezug auf die Eingeborenen.
Den 6ten April 1840.
besuchten wir Captain Grey und brachten ihm unsere Briefe, gingen dann zum Drucker, um mit ihm über den Plan der Herausgabe unserer Wörtersammlung und Druckkosten zu sprechen. Um eine Übersetzung zu machen, holte ich mein Manuscript von Grey zurück. Abends gingen wir mit demselben zu Herrn Stevenson, der uns zum Frühstück am folgenden Morgen einlud, um uns dann seine Meinung über unsere Arbeit mitzutheilen. Stevenson sprach sehr offen zu Moorhouse über die Gewalt und Obliegenheit eines Beschützers der Eingeborenen.
Den 7ten April 1840.
Herr Stevenson gab ein sehr günstiges Urtheil
( 263 ) über unsere Wörtersammlung und den Rath, sie sofort auf Subscription [als Abonnement] heraus zu geben. Dem zu Folge gingen wir von ihm zum Gouverneur, um seine