Tagebuch Adelaide
Januar 1840 - Juni 1840
Den 11ten Mai 1840.
schickte ich Gottfried mit Bertha's Briefen und einem Zettel um Geld an Herrn Fiedler nach Klemzig; er brachte meine Briefe an Bertha bis auf den vorletzten zurück, nebst dem Unterfutter zu dem Kleid, das ich Bertha geschenkt hatte, und einen kleinen Brief von Herrn Fiedler, worin er mir 5 £ Sterling schickte und mir versicherte, daß er gleichen Schmerz mit mir fühle, daß er aber nichts dazu beigetragen könne, meine Wünsche zu befriedigen.

Den 14ten Mai 1840.
machte ich mit Herrn Moorhouse Seiner Excellenz meine Aufwartung, um seine Unterstützung zur Herausgabe unseres Wörterbuchs zu empfangen. Er war sehr freundlich, äußerste, es sollte ihm großes Vergnügen gewähren, irgend etwas der Art zu befördern und behielt die Abschrift der Grammatik und des Wörterverzeichnisses, da; Hall, der beides schon früher gesehen [hatte], sagte von ersterer, daß sie eine sehr gute Entwicklung der Sprache sei.

Den 17ten Mai 1840. Sonntag.
Br. Teichelmann, Bauer und ich genossen mit einander das heilige Abendmahl, Kleinschmidt wollte nicht, weil er unvorbereitet sei.

Herr Meyer, der vorige Woche in Neuschlesien gewesen [war], sagte, mir, daß Julius Fiedler sehr zum Nachtheil Bertha's gesprochen [hätte] und gemeint, er hätte sichs beinahe gedacht, daß ich sie ( 278 ) verlieren werde. Als sie zurück gekommen [seien], habe Bertha gefragt, was Herr Julius Fiedler sage, worauf August geantwortet [hätte]: daß ihm (Fiedler) ein solches Mädchen noch nicht vorgekommen [sei], wie sie sei, und der Vater habe hinzugefügt: "Mir auch noch nicht." --

Vormittags konnte ich die Eingeborenen nicht zum Gottesdienst bewegen, indem sie mit dem Einkleiden der Ngultas [Männer, die letztens tätowiert wurden] beschäftigt waren, welche darin bestand, daß ihnen eine Decke und ein Netzsack gegeben wurde. Abends war eine bedeutende Anzahl von ihnen zusammen, aber mehrere waren nicht sehr aufmerksam.

Den 20ten Mai 1840.
Der Gouverneur; der Richter B. Bernard(216); der Postmeister Henry Watts(217), Jell(218) und [die] Fräulein Gawler und Conway(219) besuchten heute unsere Schule. Wir sangen Ngatunna padne adlu, dann ließ Br. Teichelmann die Kinder einige Fragen über die Schöpfung beantworten, die ich übersetzte, und darauf buchstabieren, lesen und die Zahlen hersagen. Der Gouverneur samt den andren Herren äußerten sich sehr günstig über die Proben und ersterer wünschte, daß wir am nächsten Montage als der Königin Geburtstage die Kinder buchstabieren lassen möchten. Der Gouverneur ließ mir meine Handschrift unserer Wörtersammlung wieder zustellen und sagte, daß er fünfzig Exemplare nehmen wolle. Er meinte, wir sollten mit der Herausgabe nicht säumen, und die Drucker antreiben.

Seite zurück
zur Gesamtübersicht "Clamor Wilhelm Schürmann"
Seite vor