Hügel und durch Büsche, damit sie uns nicht von Ferne bemerkten. Der Adelaider Eingeborene lief dabei so schnell, daß ich große Mühe hatte, ihnen zu folgen, indem ich meinen Hund am Strick führen mußte, damit er nicht voraus liefe.
Sobald wir die Eingeborenen zwischen uns und dem Seeufer hatten, gingen wir bergab grade auf sie zu.
Tunba, dessen Augen sie früher als wir erblickten, sagte jetzt: "Laßt sie, es ist blos
Yumba", allein Leutnant Hugoni gebot ihm zu schweigen, und ich selbst stimmte mit ein, glaubend, daß er ihnen blos Zeit verschaffen wolle, zu entlaufen. Sobald die Eingeborenen uns sahen, sprangen sie auf, breiteten ihr Arme
( 117 ) aus, und sagten, daß sie die Mörder nicht seien. Trotz dem drückte doch einer der Soldaten eine Pistole nach
Yumba ab, der dicht bei mir stand, allein sie [war] zum Glück nicht geladen. Als der Leutnant sah, daß die Eingeborenen keine Feindhaftigkeit zeigten, rief er aus: "That will do, no, no, no" etc. und ich selbst rief mit aller Gewalt, nicht zu schießen. Es waren ihrer anfangs drei Eingeborene, nebst zwei Weibern und einigen Kindern; allein gleich darauf kam ein vierter,
Numma, heran, dem ein Soldat eine Kugel durch den Unterleib gejagt hatte, so daß die Eingeweide an beiden Seiten heraus kamen, Die Kugel war unter den kurzen Rippen auf der linken Seite hinein und aus der rechten Hüfte wieder heraus gefahren. Dieser Mann war etwa 10 - 20 Schritte von den übrigen Eingeborenen entfernt im Wasser gewesen, [und] mit dem Speeren von Fischen beschäftigt, der
( 118 ) Soldat aber behauptete, er habe ihn speeren wollen, doch widersprach er sich, indem ich ihn sagen hörte, daß derselbe zurück ins Wasser gelaufen sei, als er bemerkt habe, daß er nach ihm ziele. Ich hatte diesen Eingeborenen gar nicht bemerkt und auch der Schuß nicht fallen hören, indem meine ganze Aufmerksamkeit darauf gerichtet war, zu verhindern, daß die übrigen drei nicht geschossen würden. Wie groß war daher mein Erstaunen und mein Entsetzen, als
Numma zu mir heran kam, mit einem wilden Blick, gräßlicher Wunde und der Erklärung, daß er ein Bekannter oder Freund, und kein Mörder, sei. "I Kappler, I very good", und wie er hörte, daß man ihn nach Port Lincoln bringen wollte, "I bamba", (id est: by und bye, das heißt: ich will bleiben) waren seine beweglichen Worte. Er stütze sich für wenige Augenblicke auf zwei seiner Freunde, sank aber bald zur Erde, seinen Kopf auf den Schoß eines andren lehnend. Als wir weggingen, bat er sich mein Taschentuch aus,
( 119 ) mit dem er sein Gesicht bedeckte. Seine Augen waren jetzt schon matt und verkehrten sich, so daß es nicht lange mehr mit seiner Auflösung dauern konnte. Dieser Mann war mir länger als ein Jahr bekannt, war immer sehr rüstig und offen; voriges Jahr begleitet er mich und mehrere andre als Wegweiser nach
Puyundo, wo die französischen Wallfischfänger geankert waren; zuletzt hatte ich ihn gesehen in
Wadnelli, zwei Meilen von der Stadt, und zwar an demselben Tage, an welchem Biddle ermordet wurde. Es schnitt mir daher wie ein Messer durch meine Seele, diesen Mann unschuldig erschossen zu sehen. Ich konnte mich der Thränen nicht enthalten. Leutnant Hugoni nahm den Soldaten, der den Schuß gethan, sehr in Schutz, behauptend, er hätte ganz recht gehandelt; dies ist auch aber kein Wunder, da die Leute unter seinem Befehl sind, und er also mehr als der Soldat verantwortlich ist. Von dem aber, der die Pistole abdrückte, schien
( 120 ) er eine andere Meinung zu