Gebräuche bei der Einweihung eines Warrara
Am dreizehnten October wurde Palyanna, ein Knabe von etwa 14 Jahren, zum Warrara geweiht, ein Name, der den höchsten Grad in der Kenntnis geheimer Beobachtungen anzeigt. Beim Beginn der Feierlichkeit war ich nicht zugegen, man sagte mir aber, daß jemand den Knaben mit verdeckten Augen und unter dem Rufe kerri oder erri aus dem Lager geführt habe. Ich fand ihn mit einem Kängurufelle zugedeckt, und die Männer sowie die jungen Leute, die schon die Stufe eine Warrara erreicht [hatten], um ihn herum sitzend. Nach einer Weile brachen zwei Männer einen Haufen grüner Zweige und versteckten sich in denselben, etwa 20 Schritte von dem Flecke entfernt, wo der Knabe lag. Hienächst öffnete sich einer der Männer eine Ader, an richtet den Knaben auf, jedoch mit verdeckten Augen, und ließ das Blut ihm auf Kopf, Schultern, Gesicht, sowie einige Tropfen in den Mund laufen. Man hatte vorher mehrere Kadlaabidls gemacht, eine Art Peitschen, die einen ungefähr 18 Zoll langen Stock und eine zwei Fuß lange Schnur haben, an deren Ende ein Span hängt, der etwa 8 Zoll lang und 1/2 [Zoll] breit ist. Dreht man die Schnur, bis sie ziemlich prall wird, und schlägt an die Peitsche schnell durch die Luft, so entsteht ein eigenthümliches Geräusch, das sich mit nichts sonst vergleichen läßt. Während einige Männer, [in] ihre Bärte beißend, und andere grimmige Geberden annehmend, diese Peitschen handhabten, und während zugleich ein Alter einen eintönigen Gesang anstimmte, wobei er mit der Hand auf der Erde langsam Tact schlug.