Tagebuch Adelaide
Mai 1838 - September 1838

4) würden dieselben Zugang zu denjenigen Bildungsmitteln haben, welche ihnen in den stets wechselnden Missionsanstalten nicht geboten werden, ich meine nämlich zu dem Unterricht tüchtiger, gründlicher und bleibender Lehrer, und zu den Büchervorräthen, die sich gewöhnlich in Verband der Hochschule finden, sowie auch endlich zu dem ermunternden und bildenden Umgange fleißiger und gescheiter Hochschüler.

( 027 ) Daß hierin eigentlich der größte und einflußreichtse Vortheil besteht, ist nicht schwer einzusehen.

5) Würde ein Heidenbote durch den Einfluß fremder Himmelsstriche oder durch Alter oder durch irgend etwas anders unfähig, länger das Evangelium unter den Heiden zu verkündigen, so könnte er, auf einer Hochschule gebildet, in der Kirche seines Vaterlandes ein Amt annehmen; und es hätte den großen doppelten Vorteil, einmal daß ein solcher Schwacher mit seinen Gaben und Erfahrungen noch großen Segen in der Heimath stiften könnte. Und zweitens hätte die Gesellschaft nicht nöthig, für seine und der Seinigen Erhaltung zu sorgen, wozu sie doch in umgekehrten Fällen, wenn der Heidenbote wegen der Art seiner Bildung von den kirchlichen Ämtern ausgeschlossen ist, ohne Zweifel verpflichtet ist. In eben dieser Ausschließung des in einer Winkelanstalt erzogenen Heidenboten zeigt an, daß die Missionssache, so wie sie jetzt ist, nach dem Urtheil der ganzen evangelischen Kirche nicht kirchlich ist.

Beantwortung der Einwürfe, die dagegen gemacht zu werden pflegen.

[Die Seiten ( 028-029 ) wurden vorausschauend leer gelassen, für die spätere Beantwortung.]

( 030 ) Den 3ten August 1838.
kamen wir Abends 9 Uhr im Hafen von Rio de Janeiro(038) an. Obwohl es schon finster ward, als wir dem Lande so nahe kamen, daß wir Gegenstände unterscheiden konnten, so gewährte der sternenhelle Himmel uns doch so viel Licht, daß wir die wunderbaren Spitzen und zackigen Felsen der Küste wahrnehmen konnten. Der Eingang des Hafens ist schmal, etwa 3 mal so breit als die Elbe bei Dresden, und läßt nicht den großen herrlichen Hafen vermuthen. der sich dahinter stundenweit nach Westen erstreckt. Rechts und links von von dem Eingange liegen kleine Inseln, auf deren einer sich ein Leuchtthurm mit einem sich drehenden Lichte befindet. Am hervorstechendsten unter allen diesen Felsgestalten ist der sogenannten Zuckerhut(039), dicht an der Hafeneinfahrt, der sich 700 Fuß über das Meer erhebt, und wie sein Name andeutet, genau die Gestalt eines sich nur wenig nach Südwest lehnenden Zuckerhutes hat.

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