wunderten uns über diese englische Insolenz [Anmaßung], die so wenig die Gesetze fremder Häfen achten, recht sahen wir am folgenden Tage, daß dieselbe vor andern englischen Schiffen, vermuthlich von einem Kriegsschiffe noch viel weiter getrieben wurde, indem sie viertel, halbe Stunden lang und länger die Festungsbeamten schreien ließen: "Let go your anchor", bevor sie es thaten. Zum Beweise, daß ihr solcher Befehl ein Ernst sei, feuerte die Festung ein Mal eine Kanonenkugel ab, deren Schwirren wir deutlich vernehmen konnten.
Den 4ten August 1838.
Am heutigen Morgen sahen wir uns erst nach Rio um, das wir gestern Abend nicht sehen konnten, und fanden, daß es an der Südwestseite des Hafens liegt.
Gegen über liegt eine kleine Stadt Rio Grande
Den 5ten August 1838.
Wiewohl es Sonntag war, und die Witterung nicht eben günstig, ging ich doch mit einigen Engländern ans Land, weil ich nicht wußte, ob mir die Gelegenheit dazu mehr als ein Mal angeboten werden würde. Br. Teichelmann mußte des Gottesdienst halber zurück bleiben.
Ich hatte aber alle Ursache, diesen Tag zu bereuen, einmal wegen des schlechten Wetters, und dann wegen der Gesellschaft, die gerade nicht die gewünschteste war, und an die ich den ganzen Tag über gekettet war, weil ich mit ihnen wieder an Bord gehen, oder mir eine kostspielige Überfahrt gefallen lassen mußte.
In dem französischen Gasthofe, wo wir ein theures Mittagbrot verzehrten, traf ich mit einem deutschen Schneider zusammen, der mir unter anderm die erfreuliche Nachricht mittheilte, daß ein deutscher Pastor in dem Orte sei. Durch diese Nachricht mit dem fast verlorenen Tage einigermaßen wieder ausgesöhnt, ging ich gegen acht Uhr mit meiner Gesellschaft wieder an Bord; während der Überfahrt wären wir aus Schuld der ungeschickten Neger beinahe von einem Dampfschiffe übergefahren [worden].