Tagebuch Adelaide
August 1839 - Oktober 1839
[Frau] Rehn zu sagen. Ich ging ganz langsam, in der Hoffnung, sie abermals nach Wasser kommen zu sehen; wirklich kam sie später, allein ich war schon über den Fluß und konnte nicht mit einiger Scham zurückkommen; doch besann ich mich und wollte sie auf dem angeblich verlorenen Fußpfade zu [Frau] Rehn fragen, und ging deshalb auf der anderen Seite des Flusses auf sie zu, aber sie war schon wieder fort. Um aber von denen, die mich vielleicht da herum irren gesehen hatten, nicht verstanden zu werden, kehrte ich über den Fluß zurück und ging auf der rechten Seite daselbst zu Hause. Auf dem Rückwege verlor ich mein Taschentuch -- --

Am Abend aß der Beschüzer Radieschen bei mir, die Herrn Bauer verrieten, wo ich gewesen ( 105 ) war, was ich ihm vorher nicht sagen wollte, sondern seiner Frage auswich. Ahnet er indeß oder weiß er den Grund meiner Besuche in Klemzig, so ist [es] mir desto lieber.

Gott, der Du eine jede Seele, die Dich fürchtet und liebet, nach Deinem weisen und gnädigen Rath führest, führe mich zum Ziele meiner Hoffnungen.

Den 17ten August 1839.
Im Begriff nach dem Speisehause zu gehen, begegnete ich der Jungfer Seeländer(131) auf der Straße, die mich fragte, ob ich Bertha Teusler nicht gesehen [hätte]. Überrascht und mit der Hoffnung einer Antwort auf meinen Brief erfüllt, eilte ich nach Hause, allein mein Harren und Hoffen ward getäuscht, ich erhielt nichts den ganzen Tag.

Den 20ten August 1839.
Um 11 Uhr Vormittags erhielt ich durch den Postboten einen Brief von meiner Bertha, ich erschrak über den Anfang, kam indeß doch wieder zur Besinnung, wie ich fleißig den ganzen Brief übersah. Unbefriedigt zwar mit Bertha's Antwort, weil ich die Gedanken und Gefühle ihrer Seele nicht nach Wunsch mir daraus vorstellen kann, finde ich doch Grund zu starker Hoffnung, namentlich in der Aufforderung, vom Gebet nicht abzulassen. Diese Stelle, sowie die durch den ganzen Brief herrschende Ergebenheit in Gottes Wille hat mich beschämt und Bertha's Werth nicht wenig erhöht, wenn anders noch eine Erhöhung bei mir stattfinden konnte. Die andere Hälfte, indem sie Freude an meinen Schmerzen läugnet, war für mich rührend.

( 106 ) Den 21ten August 1839.
Ich übergab Herrn Hall heute mein Dankschreiben für die unterm 16ten diesen Monats erwähnte Unterstützung. Als ich um Entschuldigung etwa eingeschlichener Fehler bat, versicherte er mir, es wäre sehr gut, zugleich hinzufügend, daß es dem Gouverneur längst angelegen habe, daß wir mit solchen Schwierigkeiten zu kämpfen hätten.

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