Ungeduld und mit der Absicht, den Eingeborenen meinen unabänderlichen Entschluß zu zeigen, allein auf den Weg, überzeugt, daß dadurch die Berathungen schneller zum Ende geführt werden würden, als durch alle meine Vorstellungen. So wie sie mich gehen sahen, waren alle Hindernisse aus dem Wege geräumt, und Tuitpurro kam, mit Fleisch für uns und einige in Adelaide zurück gebliebenen Verwandten der Übrigen wohl beladen, mir bald nach. Zwar hatten wir durch unnützes Warten und Reden einen schönen Theil des Tages verloren, und ich fürchtete fast, daß wir die starke Tagereise nicht mehr zwingen würden, indeß marschierte mein Begleiter so wohl, daß wir um 7 Uhr Abends, freilich müde und lahm, in Adelaide waren.
( 133 ) Ich kann diese fünf Tage im Busch nicht ohne einige Bemerkungen schließen, die es werth sind, nicht vergessen zu werden. Was ich mir von dieser Reise versprochen [hatte], als nähere Bekanntheit
mit Lebensweise und Sprache der Eingeborenen, habe ich mehr als bestätigt gefunden. Die Fortschritte in der Sprache bestehen nicht sowohl in einer Menge neuer Worte, als vielmehr in mehrerer Aneignung und fließenderem Gebrauch der schon gewußten, so wie namentlich auch in der Entdeckung eines "modus conju[n]ctivus", welcher durch Anfügung der kleinen Silbe "ma" an den Stamm des Zeitwortes gebildet und in den Fällen, wo wir den Conjunktiv der jüngst und längst vergangenen Zeit gebrauchen, sehr regelmäßig gebraucht wird. --
Nächstdem habe ich mich sehr gewundert und gefreut, über den Anstand und die Zucht unter den ganz freien und gleichen Eingeborenen, sowie besonders auch über die Folgsamkeit der Jünglinge gegen die Männer.
Doch hoffe ich, daß nicht allein ich Gewinn von diesem Buschleben gezogen [habe], sondern daß es auch von einigem Nutzen für einige der Eingeborenen gewesen sei. Zwar gestehe ich mit Beschämung und Beugung vor dem allsehenden Auge des Herrn, daß ich nicht immer die rechte Vorsicht und ernste Würde gebraucht und bewahrt habe, welches bei den obwaltenden Umständen und dem Vorwitz der Eingeborenen freilich keine leichte Aufgabe war, dennoch bin ich überzeugt, daß bei dem einen oder andren der Grund zur Aufweckung des schlafenden Gewissens gelegt ist, wie aus dem Ernst und den Fragen hervorging, mit denen sie meine
( 134 ) unbeholfenen schwachen Schilderungen vom ewigen Leben und von ewiger Vergeltung begleiteten; so fragten sie zum Beispiel, wo ihre Verwandten jetzt seien, oben in Gottes Wohnung, oder unten im Feuerloch, ich erwiederte, wenn sie gut gewesen, so seien sie an ersterem, wenn schlecht, [dann] an letzterem Aufenthaltsorte. Nicht selten folgte meinen Worten auch eine kurze Unterredung unter ihnen selbst, die ich zwar nicht verstand; aber aus Mienen und Ton konnte ich ihre Theilnahme und ihren Beifall schließen. Der Herr segne in Barmherzigkeit die Menschen und einzelne Samenkörner, die jetzt anfangen, auf diesem rohen Acker gesäet zu werden und dämpfe das einheimische und fremde Unkraut.