sie es einlöse. Sie sagte anfänglich zwar, sie hätte kein Pfand, als ich sie aber daran erinnerte, versprach sie es und zwei heiße Küsse wurden mir, wie ich keine noch genossen.
Den 3ten October 1839.
Ich wollte heute mit dem Gouverneur über mein Haus in Encounter Bay sprechen, allein Hall's Nachricht, daß mein
Haus erst jetzt angefangen werde, daß ich zur Beschleunigung des Baues nichts thun könne und dergleichen genügten. In Folge dieser Nachricht reifte der Entschluß noch mehr, Encounter Bay zu besuchen, und ich ging zu dem Ende nachmittags zu Captain Walker
(153), um ein Timorpferd zu kaufen, was in seiner Abwesenheit indeß erst geschehen konnte.
Unterwegs ein Laden, wo ich etwas kaufte, traf ich
( 145 ) einen Deutschen, den ich anredete und der mich nachher besuchte. Er ist aus der Schweiz, aber lange in Frankreich gewesen; wenn man seinen Worten glauben kann, so besitzt er einiges Geld; am Sonntage habe [ich] ihm versprochen, mit ihm nach Klemzig zu gehen. Sein Name ist C. A. Füssli
(154).
Den 4ten October 1839.
[Ich] kaufte mir einen Timoraner, von dem ich ein Drittheil bezahlte, ein Drittheil borgte von Br. Teichelmann und das andere Drittel am 1ten November bezahlen muß. Abends ritt ich nach Klemzig und verkaufte meinen Timoraner an Herrn Fiedler. Da ich die Nacht in Klemzig blieb, so hatten Bertha und ich wieder die Abendstunde allein zur Unterhaltung. Den andren Morgen, nämlich
Den 5ten October 1839.
ging Bertha ganz früh in die Stadt. Grade als sie gehen wollte, erwachte ich und reichte ihr von meinem Bette die Hand. Gegen 9 oder 10 Uhr ritten Herr Fiedler und ich in die Stadt, um noch einen Timoraner zu kaufen, was indeß nicht geschah. Herr Fiedler ritt dann mit dem Pferd nach Klemzig, versprechend es mir morgen durch Julius zu schicken.
Den 6ten October 1839. Sonntag.
Julius kam, noch ehe ich gefrühstückt [hatte], mit dem Pferd und bald darauf auch Herr Füssli, dem ich versprochen [hatte], ihn nach Klemzig zu begleiten. Ob der neue Sattel, den Herr Fiedler gestern gekauft [hatte], oder das Ausschlagen des Pferdes Schuld war, genug, ich fiel auf dem Parklande herunter.
Bertha war wie eine Braut geschmückt, eben im Begriff nach der Kirche zu gehen. Kleinschmidt erzählte mir, daß Schlinke behaupte, er könne Zeugen bringen, daß Bertha
( 146 ) ihm die Ehe vesprochen [habe]. Da nur Schlinke die vergangenen Nacht bei Weimann
(155) gewesen [war], so vermuthete ich, daß er die Sache vor die Gemeine bringen wolle; und allerdings hatten Krummenow und Schliefkes noch davon gesprochen, doch nicht Schlinke selber. Einen schönen langen Abend genossen Bertha und ich zusammen, da Herr Füssli und Teichelmann fort und die