übrigen alle in die Abendstunde gegangen waren. Verliebter und liebenswürdiger als heute Abend habe ich Bertha
nie gesehen. Unter allen Tändeleien vergaßen wir jedoch nicht, ernsthaft von unserm Verhältniß zu reden. Sie gestand mir, daß Schlinke nur einen geraubten Kuß von ihr erhalten habe. Als ich sagte, wenn sie die gegebenen Küsse allein rechnen wolle, so könne ich nicht sagen, daß ich auch nur einen von ihr erhalten habe; erwiederte sie mit entzückender Natürlichkeit, sie halte mir ja so gern stille. --
Das gute Herz litt heute wieder an heftigen Zahnschmerzen. Ich übernachtete wieder in Klemzig und ging am folgenden Morgen mit Julius in die Stadt, der den entlaufenene Timoraner wieder holen wollte.
Den 8ten October 1839.
Als ich gegen Abend nach Klemzig ging, bemerkte ich eine Gruppe von Eingeborenen, die von Norden zurück gekommen waren. In Klemzig erfuhr ich die wichtige Neuigkeit, daß Schlinke begleitet von Krummnow letzten Sonnabend bei Herrn Pastor Kavel gewesen [war] und seine Ansprüche an Bertha geltend zu machen gesucht habe. Die Sache wird nun allerdings zur Sprache kommen und Bertha muß wahrscheinlich ihren Anklägern gegenüber vor den Vorstehern erscheinen.
Bertha wollte in die Missionsstunde gehen, die den Abend gehalten wurde, da ich jedoch den letzten Abend vor meiner Reise da war, so blieb sie zu Hause.