und zwar deshalb, weil Herr Fiedler es für unrecht erklärte, daß man ihn ohne triftigen Grund vom Abendmahl ausschlösse. Es war am letzten Abend im geheimen Rath der Klemziger viel und scharf gesprochen worden; unter [anderem] hatte Pastor Kavel geäußert, die Kirchenzucht solle durchgeführt werden, und wenn auch nur fünfe blieben, und Herr Fiedler [habe] darauf geantwotet, es werde auch nicht einer bleiben. So mußte es kommen, um Pastor Kavel von seinem Irrthum zu bringen. --
Meister Weimann hatte wieder etwas gegen Bertha vorgebracht, nämlich, sie habe in ihrem Brief an Schlinke gesagt, sie wolle noch gar nicht heirathen. Herr Fiedler hat deshalb gefordert, den Brief vorzuzeigen, und wenn solches darin stünde, so würde er antworten, sagte er mir: Bertha werde ja auch vor der Hand noch nicht heirathen, und sie hätte ja nicht gesagt, daß sie sich nicht verlieben werde. --
Heute Abend gab mir Bertha Hand und Kuß darauf, ewig mein zu sein;
Dir, mein Gott, sei Dank für das unschätzbare Geschenk, hilf mir es dankbar und gewissenhaft zu gebrauchen.
Nach einem Briefe von Herrn Lobeck
(175) in Berlin dürfte vielleicht mit dem nächsten deutschen Schiffe ein Artzt aus Berlin mit seiner Familie sich in Südaustralien
( 182 ) niederzulassen, und eine Zahl von 20 Berliner jungen Handwerkern, die sich den Eingeborenen widmen wollen, hier erwartet werden. Ferner soll die preußische Seehandlung Handel hieher zu treiben beabsichtigen, und die preußische Regierung vorhaben, eine Colonie in Australien anzulegen.
Den 4ten Dezember 1839.
Heute Abend kam ich gerade dazu, als sich
Itjamaitpinna von einem
Jammaiamma oder
Warrawarra* (das ist Doctor) die Stirn saugen ließ. Wie er damit fertig war, spuckte er mit Blut vermischten Speichel aus, welches er ersterem aus der Stirn gesogen habe, und dadurch die Krankheit geheilt haben sollte. Außerdem nahm er einen aus Laub oder dergleichen aufgewickelten kleinen Pflock aus dem Munde, zerriß ihn darauf in mehrere Stücke, wobei er mit sehr bedeutungsvoller [Miene] nach verschiedenen Orten in die Ferne sah, angeblich, um das
Paitja, welches er aus dem Leibe des Kranken genommen oder gesogen haben sollte, zu sehen. Hierauf ging der
Warrawarra selbst eine Strecke beiseits; wie er wieder kam, wollte er einen andren eben so wie den ersten saugen. Da ich es bestritten
( 183 ) hatte, daß er das ausgespuckte Blut aus der ganz unverletzt gebliebenen Stirn und ihn der Lüge beschuldigt hatte: so sollte dieser neue Versuch mich überzeugen. Ich erwiederte, wenn ich vorher des
Warrawarra Zunge und Mund, und, nachdem er gesogen [hätte], erst Blut sähe, dann wollte ich glauben, daß er dasselbe aus der Stirn gesogen [hätte]. Man räumte mir dies ein, und wie der
Warrawarra mir seine Zunge zeigte, sah ich einen kleinen Klumpen geronnenen Blutes oder etwas der Art auf derselben liegen; als ich selbiges aber den Andern zeigen wollte, schloß er den Mund zu [und] wollte ihn nicht wieder öffnen. Wie ich nun behauptete, daß