( 269 ) Den 15ten April 1840.
Heute Abend traf ich Herrn Fiedler bei Kleinschmidt an und ersuchte ihn, mit mir heraus zu kommen. Er sagte mir, daß Bertha ihm gesagt [hätte], ich hätte geschrieben, auch hätte sie ihm schon den vorhergehenden Abend den Brief zeigen wollen, nur sei es aus Mangel an Gelegenheit unterblieben. Er sagte, daß Miß Pennyfeather der Bertha sehr
zugeredet habe, meinte aber nach meiner Erzählung der ganzen Sache, daß es Kurzsichtigkeit bei ihr sei. Er hegte, die Hoffnung, daß der ganze Vorfall zwischen mir und Bertha wieder beigelegt werden werde. Mit Pastor Kavel
wird Bertha erst Morgen sprechen. Ich ging, da Kavel bald darauf kam, mit in die Betstunde und hielt auf des letztern Aufforderung ein Gebet.
Den 17ten April 1840. Charfreitag.
Mein Knabe, der gestern nach Klemzig gewesen war, wo er zum ersten Mal das heilige Abendmahl genossen [hatte], kehrte heute Abend zurück. Bertha hatte ihm meinen Regenschirm mitgegeben, den ich am Mittwoch Pastor Kavel
mitgegeben hatte, aber nichts von meinem Briefe erwähnt [hatte].
Vormittags hatte ich an 30 Eingeborene in meines Nachbars Hause versammelt, mit denen ich Gottesdienst hielt.
Abends war ich mit Br. Teichelmann bei den Ostmännern. Mein Herz wird, Gott sei dafür gepriesen, allmählich
ruhiger und sich bewußt, daß es in seiner Hand ist, ebenso wie Bertha's.
Leite Du, Herr, beide nach Deinem Willen und Wohlgefallen.
( 270 ) Den 19ten April 1840. Sonntag.
Ostern. Morgens wieder Gottesdienst, wie am Charfreitage.
Den 25ten April 1840.
Die ganze Woche über gehe ich nicht nach Klemzig, theils um Bertha Ruhe zu lassen, theils weil ich fleißig mit Br. Teichelmann arbeitete, theils um meine eigene Unruhe nicht zu vermehren. Mein Gemüthszustand war noch sehr traurig, doch konnte ich im Blick auf den Herrn noch hoffen und mich seiner einigermaßen trösten. Dazu kam, daß ich die ganze Woche über keinen Brief erhielt, was mir ein gutes Zeichen zu sein schien.
Den 26ten April 1840.
Da niemand außer Bauer zu uns kam, so hielten wir erst für die Eingeborenen und dann [den] eigenen Gottesdienst. Nachmittags war Teichelmann in Klemzig, brachte mir aber nichts Neues, als daß Miß Pennyfeather in die Klemziger Gemeine aufgenommen sei.
Den 27ten April 1840.
Heute Vormittag war Miß Pennyfeather bei Teichelmann gewesen, hatte ihm einen Brief [da] gelassen von Pastor Kavel an uns und meinen an sie selbst ihm zu lesen gegeben. Der erstere enthielt die Anzeige, daß Pastor Kavels Verheirathung