Tagebuch Port Lincoln
September 1840 – Januar 1845
zu treffen, und ritt über den [Fluß] "Tod" zurück. Ich versuchte, an dem diesseitigen Ufer des Flusses entlang zu reiten, mußte es aber wegen eines tiefen Nebenflusses, auf den ich stieß, und wegen des anscheinend schlangenförmigen und weitläufigen Laufes des Flusses aufgeben. Es kam die Nachricht, daß die Eingeborenen dem Herrn Dutton 1 Baier [Eber] und 3 Säue gespeert und einen Mann mit der Keule geworfenen und gejagt [hätten].

Den 28ten October 1840.
Der Magistrat Matthew Smith forderte mich [auf], die Untersuchung mit meiner Anklage gegen die Polizei zu eröffnen. Ich lehnte dies ab, behauptend, ich hätte keine Individuen angeklagt, sondern nur im allgemeinen behauptet, daß den Urbewohnern Unrecht geschehen sei. Hierauf erhob sich Dr. Harvey und sprach: Wenn ich keine Anklage gegen die Polizei vorbrächte, so thäte er es; er behaupte, daß die Eingeborenen von der Polizei schändlich und grausam behandelt [worden] seien. Nachdem Dr. Harvey, Jones und einige andere Zeugen vernommen worden waren, ward ihr Gerichtshof verschlossen und die weitere Untersuchung auf Freitag den 30ten diesen Monats verschoben. --

Gegen Abend gingen Gottfried und ich mit White und Dr. Harvey in des letztern Boot, ( 035 ) um nach Spauldings Cove(075) zu gehen und von da über Land nach der entgegen gesetzten Memory Cove(076) zu wandern. Wegen der fast gänzlichen Windstille konnten wir den Abend nicht aus der Bay kommen, noch auch [die] Boston Insel erreichen, wo wir uns Abendbrot zu kochen gedacht hatten.

Den 29ten October 1840.
Nachdem wir diesen Morgen auf der Boston Insel Thee getrunken hatten, fuhren wir mit günstigem Wind schnell nach der Spitze der Spaulding's Cove. Das Land an der Küste ist dicht mit Stabholz(077) und kleinen Bäumen, beide eine Art Eucalyptus, bewachsen. Dennoch versuchten wir, durchzudringen, allein wir verloren bald die Richtung und mußten nach einer beschwerlichen Wanderung von etwa zwei Stunden wieder umkehren, ohne unsern Zweck erreicht zu haben. Diesen Morgen hörten wir eine Kanone abfeuern, daher eilten wir, so bald als möglich nach Hause zu kommen. Allein Nachmittag war wieder gänzliche Windstille, so daß wir nicht weiter als zu einer der Bicker Inseln(078) kommen konnten, auf deren Nordwestseite wir ankerten, nachdem wir vorher mit [einem] kleinen Boote an derselben gelandet [waren] und in Erfahrung gebracht hatten, daß ein großes Schiff in die Bay gekommen sei. Mit Sonnenuntergang ( 036 ) erhob sich ein starkes Donnerwetter, gleichwohl regnete es nicht viel. Um Mitternacht oder kurz nach derselben ward der Wind so heftig und die See so unruhig, daß unsere Lage gefährlich ward. Wir beschlossen also, mit dem Südwind zurück nach der Spauldings Cove zu fahren, in der Hoffnung, daß wir an der Südostküste derselben Schutz finden würden. Wir alle legten Hand an und in kurzer Zeit waren die Segel und der Anker auf und nach einen halben Stunde ankerten wir an der erwünschten Stelle in ruhigem Wasser.

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