Den 28ten Juni 1841. Sonntag.
Es ergab sich, daß Gottfried Kappler gestern gegen Abend den Eingeborenen
Kanyokalendi bei Rush's Hause
( 084 ) gesehen und ihm geboten [habe], weg zu gehen. Auf diesen Grund hin wurde derselbe mit meiner vollen Zustimmung verhaftet, obwohl McDonnald im voraus sagte, es sei nicht hinreichendes Zeugnis gegen ihn vorhanden, um ihn auf Adelaide zu schicken, aber er wolle ihn diese Nacht verhaften lassen, um die Eingeborenen ein wenig zu schrecken. Und das war freylich höchst nöthig, denn sie treiben die Dieberei zu einem so hohen Grade, daß ich schlimmere Folgen für die Schwarzen selbst davon befürchtete. Am Sonnabend Abend haben sie auch fast alle meine und zum Theil Neander's Kartoffeln aus Happy Valley gestohlen, und eben so entweder am selben Tage oder am Sonntage Barnards und Harveys aus dem Thale zwischen Happy Valley und der Stadt. Auch war
Yutalta gestern Abend spät bei meinen Kartoffeln gesehen worden.
Den 29ten Juni 1841.
Diesen Morgen versuchte
Kanyokalendi zu entspringen, unter dem Vorwande, er habe ein natürliches Bedürfniß zu befriedigen. Allein der Polizeidiener holte ihn bald ein, und soll ihn wie die Eingeborenen sagten, gehauen haben; er schien wenigstens sicher, so daß unsere übrigen Eingeborenen anfingen zu weinen, befürchtend,
Kanyokalendis Leben sei in Gefahr. Sie ließen sich zwar beruhigen, als ich ihnen sagte, er würde nicht getödtet,
( 085 ) aber vielleicht gehauen werden, worauf sie erwiederten, wir möchten ihn immer hauen, dennoch gingen sie gleich darauf heimlich davon, wahrscheinlich, weil der Eine oder Andere seiner Schuld sich bewußt [war] befürchtend, ebenfalls verhaftet zu werden.
Muwadia, den
Kanyokalendi als den Dieb angab, war schon gestern Abend fort gelaufen. Als die Untersuchung vor sich ging, mußte ich für zwei Partheien den Dollmetscher machen, nämlich für Gottfried und
Kayokalendi, indeß dauerte die Untersuchung nicht lange, indem letzterer nach Gottfrieds Verhör gleich entlassen wurde. Er blieb den Tag über bei mir und blieb bei der Behauptung, daß nicht er, sondern
Nunyalta und
Muwadna die Sachen gestohlen hätte; in des ersten Fangsacke fanden sich auch wirklich entwendete Kartoffeln, die Rush angehört zu haben scheinen. Gegen Abend kam noch
Ngulga dazu, der den Vorwurf, am vergangenen Sonnabend Kartoffeln von mir gestohlen zuhaben, ablehnte.