Den 30ten October 1840.
Mit Tagesanbruch lichteten wir den Anker und in anderthalb oder zwei Stunden waren wir zu Hause. Um 11 Uhr ging die weitere Untersuchung in Bezug auf die Einsperrung der Ureinwohner wieder vor sich. Herr Bennet, von dem wir ein sehr ungünstiges Zeugniß erwartet [hatten], legte ein sehr gutes Zeugniß ab, namentlich sagte er, daß einer von den Franzosen eine Pistole gehabt habe. Der alte Hawson wünschte, daß der Magistrat als Zeugenaussage mit auf nehmen möge, daß der junge Franz Hawson gesagt habe, die fraglichen Eingeborenen seien seine Mörder. Auf Befragen ergab sich indeß, daß Franz Hawson blos gesagt habe, er glaube, er würde die Schwarzen
( 037 ) wieder kennen, die ihn gespeert hätten, wenn er sie sähe; dies war geschehen, ehe Bennet die Eingeborenen bei Jones gesehen hatte. Nachdem Bennets Verhör vorüber war, sagte M. Smith, es sei in Dr. Harvey's Brief an den Gouverneur, der in der Zeitung gedruckt ist, eine Behauptung enthalten, welche der Bestätigung seiner Seits bedürfe, und von der es sich frage, aus welcher Quelle er sie habe; er meine, das in dem Briefe erwähnte Schießen hinter den Eingeborenen. [Dr.] Harvey sagte, ich hätte es ihm mitgeteilt, zugleich die spätere Erklärung von Eduard Hawson hinzufügend. Der alte Hawson sagte hierauf, sein Sohn läugne dies und das Ganze sei eine schmutzige Vorstellung. Hierauf erwiederte Smith, es könne kein Zweifel sein, daß Eduard Hawson solches gesagt, indem es in seiner eignen Gegenwart geschehen sei. Zum Schluß wurde Frau Jones befragt, was sie um die Geschichte wisse, indeß ward sie nicht eingeschworen und also ihre Aussage nicht zu Papiere gebracht. Hiemit war das Verhör der geschworenen Zeugen vorüber. Es ward noch ein Polizeidiener gehört und darauf das Gerichtshaus geschlossen.
( 038 ) Herr Friedrich White schlief die Nacht bei mir und gab mir folgende Erklärung, warum mein Pony nicht gekommen sei, nämlich, man hätte in Adelaide nicht für die Fracht bezahlen wollen und da der Capitain nicht gewußt [hätte], für wen er sei, so habe er ihn nicht nehmen mögen, ohne die Fracht bezahlt zu sehen. Es sollen die Urbewohner Herrn M. Smiths Hund gespeert haben, wie er behauptet, Andere aber sagen, daß die Wunde von einem Känguru gemacht sei.
Den 31ten October 1840. Sonnabend.
Ehe die Untersuchung rücksichtlich der Behandlung der Eingeborenen ihren Anfang nahm, bat ich den Magistrat ums Wort und beantragte, daß der Inhalt von Herrn Halls Briefe[n] aus Billigkeit gegen mich selbst und die Eingeborenen erforderten, daß man auf Zeugniß höre, ob die in Rede stehenden Urbewohner schuldig oder unschuldig seien, oder, was dasselbe sei, ob sie mit der Aussage des Franz Hawson übereinstimmten oder nicht. Allein Herr M. Smith lehnte diesen Antrag ab, vorgeblich, weil der Gegenstand desselben nichts mit dem Zwecke der gegenwärtigen Untersuchung zu thun hätte, hinzufügend, wenn ich etwas der Art an den Gouverneur befördert wissen wolle, so möchte ich selbst in einem Briefe an ihn niederschreiben, den er dann nach Adelaide senden werde. Da heute das Fest der Kirchenverbesserung [Reformationstag] war, so macht ich mit Gottfried einen Feiertag und las eine Predigt aus [von] Hofacker
(079). Abends kam Herr Friedrich White zu mir.