fünf Minuten gegangen, als einer von unserer Zahl vorschlug, uns zu ruhen, womit alle bereitwillig übereinstimmten, und schon erinnerte der Durst jeden an seine Flasche. Die Spitze des Golfes war nicht so entfernt, als wir uns vorgestellt hatten, und die Hoffnung, bald das Ende zu erreichen, feuerte unsern
( 051 ) Muth an. Als wir unser Ziel erreicht und einige Minuten unter dem dünnen Schatten krüppelhafter Büsche geruhet hatten, machten wir uns auf den Rückweg, wenig verwundert oder erfreut mit dem unfruchtbaren Anblick des Landes. Doch schien es mir ein gutes Zeichen zu sein, daß wir einige Fußtritte von Eingeborenen und unter Mount Arden
(089) ein Feuer sahen. Nachdem wir etwa ein Drittel unsers Weges zurück gelegt [hatten], schlugen meine Begleiter vor, zu ruhen, allein ich und der Eingeborene, die wir unser Wasser längst getrunken hatten, und vom Durst gequält waren, zogen [es] vor, weiter zu eilen. Allein Durst und in Folge desselben, Schwäche, stiegen bald auf einen so hohem Grad, daß wir uns alle fünf Minuten niederlegen mußten, und uns die Angst, daß die Schwäche zunehmen möchte und wir nimmer das Schiff erreichten, trieb uns vorwärts. Ich versuchte, die Blätter der Casuarina
(090), um meinen nagenden Durst zu löschen, allein die waren so dürre wie Stroh, dann nahm ich mein Zuflucht zu den Blättern der einheimischen Feige, und obschon sie warm und widerlich waren, so gewährten sie mir doch eine kleine Linderung. Der Eingeborene war beinahe eben so schwach und betrübt, wie ich, doch nahm er mich einige Mal bei der Hand und
( 052 ) munterte mich mit der Hoffnung auf, daß das Schiff nicht mehr weit sei. Meine Freude, als ich das Schiff zu Gesicht bekam bekam, würde vergeblich zu beschreiben versuchen [sein]; und hätte der niederträchtige Franzose sie beinahe vereitelt, indem, als ich ihm rief, mit dem Boote zu kommen, er mir spottend zurief, es sei zu viel Wind, er könne sich nicht wagen, dennoch kam er und ein herzhafter Labetrank
(091) frischte die gesunkenen Kräfte bald wieder auf. Meine Begleiter kamen erst zwei Stunden später, und zwar W. Smith, aber so erschöpft wie [wir]. Aber Dr. Harvey war noch bei Kräften, indem er ein halb Mal größere Flasche mit Wasser hatte, als wir. Ein jeder dankte seinem Gott, daß unsere Reise soweit vollendet war, und legte sich mit der angenehmen Hoffnung schlafen, daß die morgen ungetrübte Heimkehr glücklicher und geschwinder sein möge, als unsere Herreise.
Den 12ten December 1840. Sonnabend.
Nachdem wir wohl geruhet und gefrühstückt [hatten], lichteten wir unseren Anker für die Rückreise, und gingen mit der starken Ebbe und günstigem Wind rasche den Fluß hinab. W. Smith schlug vor, auf einen der nächsten Hügel zu steigen und hier die Nacht zuzubringen, allein Dr. Harvey bestand darauf, weiter zu fahren. Wie wir an die Bay kamen, wo wir
( 053 ) zuletzt auf unserer Herreise geankert hatten, äußerte ich meinen Wunsch, daselbst die bevorstehende Nacht zuzubringen, und Smith stimmte mit mir überein, allein [Dr.] Harvey wollte seinen Kopf durchsetzen und ging in den offenen Golf. Als wir des Morgens aufs Vordeck kamen und uns umsahen, konnten wir kaum unsern Augen trauen, denn wir hatten im Verlauf von 8 Stunden mit günstigem Wind nicht eine Meile gewonnen.